ANTIPOLITISCHER POLITIKER

Ein Interview mit dem Medienwissenschaftler
Alexander Stille über Berlusconi, Medien und Macht

© Andrian Kreye

  New York im Januar '06 - Berühmt geworden ist Alexander Stille vor zehn Jahren durch sein Buch über die sizilianische Mafia “Die Richter". Der Medienwissenschaftler schreibt für den New Yorker, die New York Times und La Repubblica und lehrt an der Columbia University Journalismus. Soeben erschien sein neues Buch über den Medienmogul und italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi unter dem Titel “Citizen Berlusconi" im C.H. Beck Verlag München. Das Buch ist eine Analyse über Macht und Medien, die sich wie ein politischer Intrigenroman von John Le Carré liest. Rechtzeitig vor den italienischen Wahlen, die im April stattfinden werden, erscheint “Citizen Berlusconi" zeitgleich auch in Amerika und Italien .

Herr Stille, der Titel Ihres Buches ´Citizen Berlusconi´spielt auf Orson Welles Film ´Citizen Kane´an, mit dem er 1941 den Medienzar William Randolph Hearst portraitierte.

Alexander Stille: Das ist richtig. Ich fand allerdings vor allem interessant, wie weit sich Medienmacht seit der Zeit von Citizen Kane und William Randolph Hearst fortentwickelt hat. Hearst hat es nie geschafft, ein hohes Amt zu bekleiden oder gar Präsident zu werden. Auch wenn er sich damit gebrüstet hat, den Spanisch-Amerikanischen Krieg angezettelt zu haben.

Hat Hearst da nicht übertrieben?

Stille: Nun ja, er hat damals eine äußerst bösartige Hetzkampagne gegen das Regime von Kuba geführt. Und er hat seine Korrespondenten nach Kuba geschickt, damit sie negative Geschichten über diese Regierung ausgraben. Und wenn sich einer seiner Korrespondenten mal beschwerte, dass er Unmögliches verlange, hat er immer nur gesagt - ihr bringt mir die Geschichten, ich bringe euch den Krieg. Man kannte also schon früh jene Dynamik erkennen, die der Film ´Wag the Dog´ später beschrieben hat. Auch wenn die eigentlichen Hintergründe für den Spanisch-Amerikanischen Krieg viel komplizierter waren.

Berlusconi hat aber keinen Krieg angefangen.

Stille: Das stimmt zwar, aber Berlusconi hat so viel mehr Macht und Bedeutung, als sie Hearst je hatte. Was vor allem damit zu tun hat, dass Medien in unserem Leben eine viel wichtigere Rolle spielen. Als ´Citizen Kane´gedreht wurde, gab es ja noch nicht einmal das Fernsehen.

War es für Berlusconi in einer europäischen Parteiendemokratie nicht ungleich schwerer, so viel Macht zu erlangen?

Stille: Wäre es bei der alten Parteienlandschaft in Italien geblieben - ja. Doch die ideologischen Frontlinien, die in Italien nach dem Zweiten Weltkrieg die Lager der kommunistischen und der christlich-demokratischen Partei voneinander getrennt hatten, haben sich nach dem Ende des Kalten Krieges aufgelöst. Jetzt war mit dem Siegeszug des Fernsehens jene Sorte Politik möglich, die von Persönlichkeiten und nicht von Parteien bestimmt wird. Denn je direkter Politiker mit Bürgern kommunizieren können, desto unwichtiger wird die Rolle der Parteien. Das ist in jeder Demokratie so. Da ist auch Deutschland keine Ausnahme.

Hat diese Polarität zwischen Partienpolitik und Medienpopulismus die Polarität zwischen Sozialdemokraten und Konservativen schon abgelöst?

Stille: In der Tat haben Ideologien heute an Bedeutung verloren, schon weil die Komplexität der post-industriellen Wirtschaft die Rolle der Gewerkschaften und auch der Produktionsindustrie zurückdrängt und weil die Krise des Sozialstaats selbst die Sozialdemokraten auf Prinzipien der Konservativen zurückgreifen lässt. All dies hat bekanntlich dazu geführt, dass die Grenzen zwischen Management, Angestellten und Arbeitern verschwimmen und vor allem, dass sich die Grenzen zwischen Links und Rechts verwischen. In Ländern wie Amerika, wo diese Grenzen von Haus aus undeutlich waren und das Vorwahlsystem den politischen Prozess viel durchlässiger macht, konnten schon länger Figuren an die Macht kommen, die kaum noch auf die Führungsrolle ihrer Partei angewiesen waren und sich nur auf die Wirkung des Fernsehens stützten: völlig Unbekannte wie Jimmy Carter zum Beispiel, oder Persönlichkeiten, die sich ihren Namen in einem vollkommen anderen Bereich gemacht hatten wie Ronald Reagan, Ross Perot oder Arnold Schwarzenegger. Gerade jemand wie Schwarzenegger kann da die Phantasie von Millionen mobilisieren und zu einer wichtigen Kraft in einer Partei werden, mit der er vorher nur wenig gemein hatte. Das kann in Europa nicht ganz so leicht passieren.

Wie hat es Berlusconi dann trotzdem geschafft?

Stille: Er hat einfach eine neue Partei erfunden. Außerdem wurde Italien vom Ende des Kalten Krieges härter getroffen, als die meisten anderen europäischen Länder. Natürlich hat Deutschland mit der Wiedervereinigung seine eigene umwälzende Entwicklung durchgemacht. Aber in Italien ist da noch viel mehr durcheinander geraten. Plötzlich konnte man sich nicht mehr leisten, die Korruption weiterhin zu tolerieren. Solange es die Gefahr gab, dass die Kommunistische Partei Italiens an die Macht kam, war der italienische Mittelstand bereit, Korruption zu dulden. Das war eben der Preis für eine pro-westliche- pro-NATO Regierung. Nach dem Kalten Krieg wurden die etablierten bürgerlichen Parteien allerdings von einer Welle der Korruptionsverfahren erfasst. Außerdem verloren auf der einen Seite der Kommunismus und auf der anderen Seite die Katholische Kirche ihren Einfluss im Volk. Was bleibt also, um dieses Vakuum zu füllen? Prominente, Geld, Fernsehen und Konzerne.

Hat die Katholische Kirche denn wirklich an Macht verloren? Papst Benedikt der 16. hat ja als eine seiner ersten Amtshandlungen in die italienische Gesetzgebung eingegriffen.

Stille: Natürlich war die Katholische Kirche schon immer ein wichtiger Faktor in der italienischen Gesellschaft. Und in der Politik. Als es 1948 unsicher war, ob Italien kommunistisch oder christdemokratisch wählen würde, hat der damalige Papst einfach jeden, der für die Kommunisten gestimmt hat exkommuniziert. Aber heute gehen nur noch 20 Prozent der Italiener regelmäßig in die Kirche. Wer aber hat heute die Kraft, sich zum Advokat von 50 Prozent der Bevölkerung aufzuschwingen und die Öffentlichkeit so in seinen Bann zu ziehen, wie die Kirche es 1948 vermochte?

War das nicht vor allem eine Veränderung der Machtstrukturen?

Stille: Nein. 1948 gab es in jedem noch so kleinen Dorf eine Kirche und mit dem Priester eine Figur, die jede Woche, jeden Tag direkt zur gesamten Gemeinde sprechen konnte. Heute erreicht man die Leute eben auf anderen Wegen. Vor allem durch das Fernsehen. Wer hat also die Macht, zu jeder einzelnen Familie in ihrer eigenen Wohnung zu sprechen? Berlusconi. Alleine sein Einzug in die politische Arena war meisterhaft choreographiert.

Wie das?

Stille: Ganz einfach mit einem Videoband. In jedem anderen Land kann höchstens der Staatschef die Bevölkerung mit einer Ansprache im Staatsfernsehen direkt ansprechen. Berlusconi konnte das, ohne lange um Erlaubnis zu fragen. Die wichtigsten Fernsehsender gehörten ihm ja.

Bringt Medienmacht automatisch die Versuchung mit sich, auch nach politischer Macht zu greifen? Rupert Murdoch hat sich ja auch zu einer gewaltigen politischen Kraft entwickelt.

Stille: Die Versuchung ist sicherlich immer da. Aber manche haben dafür keine Veranlagung. Murdoch ist ein sehr privater Mensch, der das Rampenlicht und die Öffentlichkeit eher meidet. Der übt seine politische Macht eher im Hintergrund aus. Berlusconi hat sogar gesagt, dass er Murdoch darum beneidet, weil der in China expandieren kann, während er damit beschäftigt ist, Italien zu regieren. Er hat das Wachstum seines Konzerns gewissermaßen dem Wohl seines Landes geopfert.

Ist Berlusconi wirklich so patriotisch?

Stille: Wie wäre es mit dem Machthunger, wie ihn Nietzsche beschrieben hat?

Und Machthunger kann in diesem Fall wirtschaftliche Interessen übertrumpfen?

Stille: Nachdem Geld in der Welt in der wir leben immer auch Macht bedeutet, muss man das eine nicht unbedingt dem anderen opfern. Berlusconis Vermögen hat sich seit seinem Einzug in die politische Arena verdreifacht. Er hat enorm expandiert, Internet- und Finanzfirmen aufgebaut, digitales Fernsehen eingeführt.

Gibt es in Italien nicht wie in den USA die Verpflichtung, sich bei Antritt öffentlicher Ämter aus wirtschaftlichen Verpflichtungen zu lösen? Dick Cheney musste seine Posten bei Haliburton ja auch aufgeben.

Stille: Das finde ich an Italien ja gerade so interessant. Eines der Probleme dieses Landes ist es, dass es in vieler Hinsicht eine schwache Demokratie ist. Ähnlich wie Deutschland gibt es Italien in seiner jetzigen Form erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Demokratie war nach der Vereinigung relativ schwach, wurde vom Faschismus abgelöst, wohingegen die Demokratie in einem Land wie Großbritannien beispielsweise 300 Jahre Zeit hatte, bestimmte Regeln und Formen zu entwickeln. Das schafft so etwas wie ein Muskelgedächtnis im Sport. Je öfter man eine bestimmte Bewegung ausführt, desto leichter fällt sie einem. Es reicht ja nicht, einfach nur eine gute Verfassung zu haben. Man braucht eine starke Rechtsstaatlichkeit, Respekt vor unabhängigen Institutionen wie der Justiz und das Bewusstsein für Interessenskonflikte. Es gibt gar kein Gesetz, das Cheney verbietet als Vizepräsident auch den Haliburtonkonzern zu führen. Das ist nur der Usus und so einen Usus gibt es in Italien nicht. Das bis vor kurzem nicht einmal Kartellgesetze oder Gesetze gegen Insidergeschäfte hatte. Deswegen konnte Berlusconi ja diese Monopole überhaupt aufbauen.

Können Berlusconis Monopole innerhalb der nächsten Generation überhaupt noch gebrochen werden?

Stille: Das ist sehr unwahrscheinlich.

Berlusconi ist längst nicht mehr der einzige Geschäftsmann, der ein politische Amt bekleidet. Hier in den USA gibt es Dick Cheney, New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, New Jerseys Senator Jon Corzine, das sind alles Wirtschaftsgiganten. Kann man schon erkennen, ob solche Figuren einen anderen Regierungsstil pflegen, als traditionelle Politiker?

Stille: Da bin ich mir nicht sicher. Bloomberg ist natürlich ein klassischer Vertreter dieses Phänomens. Für seinen ersten Wahlkampf hat er 75 Millionen Dollar seines eigenen Geldes ausgegeben. Aber er ist kein Größenwahnsinniger und hat bisher einen sehr guten Job gemacht. Was beunruhigend sein mag, ist die Tatsache, dass man sehr leicht gewinnt, wenn man einfach zwanzig Mal so viel Geld ausgibt, wie sein Gegner.

Gibt es da nicht auch Parallelen zu George W. Bush? Der ja auch aus einer einflussreichen Wirtschaftsfamilie stammt.

Stille: Die Parallelen zwischen Berlusconi und Bush erklären sich vielleicht eher, wenn man sich fragt, ob Cheney mit der gleichen Politik Präsident geworden wäre. Die Antwort ist natürlich - nein. Bush und Cheney stehen vielleicht für die gleichen Ideen und Interessen, aber Cheney ist das unsympathische, finstere Gesicht dieser Ideen, während die meisten Amerikaner Bush als nette, freundlichen, bodenständigen Kumpel betrachten. Wie man im Fernsehen wirkt entscheidet in der modernen Politik eben über Sieg oder Niederlage.

Wie empfinden Italiener Berlusconi?

Stille: Da bedient er sich einer ähnlichen Tour wie Bush. Er gibt sich als antipolitischer Politiker. Italiener hassen Politik und Politiker. Berlusconi hat die Körpersprache und den Tonfall des typischen kleinen italienischen Geschäftsmannes, der es der Regierung schon lange mal zeigen wollte, der die hohen Steuern satt hat, der all die Regeln und Verordnungen satt hat, das Arbeitsrecht, das es ihm unmöglich macht, Leute anzuheuern und zu feuern, so wie er es für seine Geschäfte eben braucht, der bei den Steuern schummelt und dann von Steuerprüfern gegängelt wird. Und Italien ist das Land der kleinen Geschäftsleute. Nirgendwo auf der Welt gibt so viele kleine und mittlere Betriebe, wie in Italien.

Mehr als in Deutschland oder Frankreich?

Stille: Viel mehr. Italien hat nur 240 Firmen an der Börse. Das Gros der italienischen Firmen sind Familienbetriebe. Und Berlusconi führt seinen Konzern wie einen Familienbetrieb. Auch wenn er ein immenses Wirtschaftsimperium aufgebaut hat, das längst an die Börse gegangen ist. Deswegen spricht er die Sprache der kleinen Geschäftleute auch so überzeugend.

Und das reicht in Italien, um das ganze Volk zu begeistern?

Stille: Er ist natürlich auch ein großer Populist. Wirklich bekann wurde er in Italien, als er die Fußballmannschaft von Mailand gekauft hat. Da hat er zielsicheren Instinkt. Geschäftlich gesehen war die Fußballmannschaft sicherlich keine gute Idee. Da hat er Millionen verloren, weil er die besten Spieler eingekauft hat. Er wusste, dass er da Jahr für Jahr viel Geld verlieren würde, aber das war ihm egal. Mit jeder Meisterschaft, die seine Mannschaft gewonnen hat, wurde er bekannter. Nun nimmt der durchschnittliche Italiener Fußball aber viel ernster, als die Politik. Deswegen kann man als Politiker sogar Erfolg haben, wenn man die Sicherheit der Arbeitsplätze und Renten abschafft, solange man so wirkt, als ob man die Sorte Kumpel ist, mit dem man gerne bei einem Bier über Fußball oder vielleicht sogar über Sex reden kann.

Ist diese Sorte Medienpopulismus schon eine Blaupause für die moderne Politik?

Stille: Berlusconi hat die mediale Eingemeindung der Wähler sicher auf einen ganz neuen Level gehoben. Er hat sich das ja genau angeschaut, ein bisschen von Reagan kopiert, ein bisschen von Ross Perot. So ist er zu so einer Art politischem Frankenstein geworden - zu einem Promimilliardärspolitiker. Das ist natürlich beunruhigend und ich finde es auch sehr beunruhigend, dass Europa darauf nicht stärker reagiert. Aber die EU hat eben mit dem Versuch, sich gegen Jörg Haider zu stellen, schon so ein Fiasko erlebt, weil die Österreicher nach den Versuchen, Haider bei internationalen Konferenzen auszugrenzen gesagt haben, zum Teufel mit euch. Wir lassen uns doch nicht vorschreiben, wen wir wählen. Deswegen sind sie bei Berlusconi so zögerlich. Dabei hätten sie viel forscher vorgehen können, denn selbst wenn man akzeptiert, dass ein Volk sich seinen Staatschef selbst auswählt, könnte man Italien dazu zwingen, bestimmte demokratische Normen einzuhalten. Man schreibt der Türkei ja auch nicht vor, wer gewählt werden darf, aber man kann zum Beispiel sagen, dass man die Todesstrafe in der EU nicht akzeptiert. Genauso könnte man beispielsweise verlangen, dass der größte Medienbesitzer eines Landes nicht auch gleichzeitig Staatschef sein darf. Und jemand, der sich nicht an demokratische Grundregeln hält schon gar nicht.

Hat Berlusconi denn schon politischen Einfluss außerhalb Italiens? Gerade in Europa?

Stille: In Spanien ist er schon eine ganz entscheidende Größe. Da gehört ihm der Sender Telecinco und noch eine ganze Reihe anderer Medien. Dafür hat er seine Beziehungen zu Aznar genutzt. In Spanien gab es ja schon Ermittlungen gegen ihn, wegen Verstößen gegen Kartell- und Steuergesetze, aber die hat Aznar eindeutig verschleppt. Dann stand er Leo Kirch sehr nahe, der nach dem Zusammenbruch seines Medienimperiums heute vielleicht keine Bedeutung mehr hat. Aber bei dem kaufte er sich in die Firmen ein, damit Kirch nicht gegen Kartellrechte verstößt. Umgekehrt kaufte Kirch Firmen von Berlusconi. In Wahrheit haben sie nur Anteile ausgetauscht, weil keiner daran interessiert war, die Firmen des anderen zu führen.

Wie kann sich die Demokratie gegen einen solch mächtigen Medienpopulismus wehren?

Stille: Ich glaube alle europäischen Länder müssen sich die Lage ganz nüchtern ansehen. In den 80ern gab es eine Deregulierungs-Euphorie, die jetzt langsam nachlässt. Natürlich waren die Staatsmonopole in den Medien genauso ungesund. Aber inzwischen wissen wir eine ganze Menge über den Einfluss von Schrottfernsehen auf Phänomene, die von der Fettsucht bis zur Politik reichen. Und das ist nicht gut. Vielleicht müssen ein paar Bereiche eben doch wieder reguliert werden. Und vielleicht ist die Idee, dass man einen komplett freien Markt für einen so einen empfindlichen und wichtigen Bereich wie das Fernsehen zulässt doch nicht so klug. Reagans Medienbeauftragter hat ja mal gesagt, ein Fernseher sei nur ein Toaster mit Bildern. Aber das stimmt nicht. Das Fernsehen ist das grundlegende Vehikel für Demokratie und politischen Diskurs. Leute, die BBC sehen wissen beispielsweise sehr viel mehr über die Welt und handeln ganz anders, als Leute, die Berlusconis Sender sehen. Das gibt einem doch zu denken.

Ihre Prognose für die italienischen Wahlen im April?

Stille: Vor dem Wahlkampf hatten die italienischen Bürger eigentlich genug von Berlusconi. Der Wundermilliardär, der angeblich alle Probleme lösen kann, hat sehr armselige Wirtschaftszahlen vorzuweisen - seit fünf Jahren gehört Italien zu den Ländern Europas mit den niedrigsten Wachstumsraten. Und er hat deutlich gemacht, dass ihm seine eigenen Geschäfte wichtiger sind, als die wirtschaftliche Gesundheit Italiens. Die bisherigen Umfragezahlen sprachen jedenfalls gegen ihn. Sollte er wider Erwarten in der Lage sein, diese Entwicklung des Meinungsbildes wieder umzudrehen, wissen wir, dass die Realität keine Bedeutung mehr hat. Das wäre sehr besorgniserregend.





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